CD Review: Clockwork Spirit – Clockwork Spirit

2012-02-04 17:18 von Andreas Saulig (Kommentare: 0)

Clockwork Spirit – Clockwork Spirit


In Finnland sind die Winternächte lang und kalt und so ist es beinahe obligatorisch, dass sich gerade dort viele junge Menschen zum gemeinsamen Musizieren zusammenfinden, um der tristen Dunkelheit je nach Gemütslage zu entfliehen oder ihr zu frönen. Letzteres schrieb sich 2007 die Bandneugründung AMARANTINE auf die Fahnen. Bis auf zwei Demos 2007 und 2009 kam die ersehnte Karriere doch nicht so recht in fahrt. Also wagte man mit dem neuem Namen CLOCKWORK SPIRIT ein Reset und fand Gehör beim deutschen Gothic-Label Danse Macabre, welches bereits des Öfteren schon Türöffner war für talentierte neue Bands. Überzeugt vom eigenen Material sind die Finnen allemal, denn warum sonst sollten sie ihrem Debüt-Fulltime-Album gleich mal mit dem Bandnamen amtlich taufen? Dieses Selbstbewusstsein ist durchaus nicht unberechtigt, denn „Clockwork Spirit“ überzeugt mit einer sehr abwechslungsreichen Mixtur aus Dark-, Black- und Gothicmetal un fügt dem, olala, sogar Elemente aus Walzer, Musical und Cabaret hinzu.

Das liest sich zunächst vielleicht etwas wirr, vermag aber beim Hören doch zu überzeugen. Der Rohstoff der Scheibe ist symphonischer Black Metal im Stile von CRADLE OF FILTH und DIMMU BORGIR. So sind ausladende Melodien, vom Keyboard erzeugte Chöre und akzentuierte Pianoparts originäre Bestandteile der Tracks. Gekonnt wechselt man ständig zwischen Blastattacken mit Gekreische und ruhigeren Passagen. Auch mit Klargesang vermag CLOCKWORK SPIRIT zu überzeugen. Das Salz in der Suppe sind jedoch die bereits erwähnten ungewöhnlichen Walzerparts, welche jedoch im plumpes Humppa-Geschunkel ausarten, sondern die morbide Grundstimmung des Albums noch unterstreichen. Kernstück und gleichzeitig Rausschmeißer der Scheibe ist das über zehnminütige „Shades Of Decay“, welches sämtliche Stilmittel des Albums noch einmal bündelt und zusammenfasst. Und... Fingerchen weg von der Skip- oder Stop-Taste. Das lakonisch ruhig ausklingende Finale des Songs hat wahres Gänsehautpotential. Insgesamt dürfte „Clockwork Spirit“ für Black-Metal-Puristen etwas zu verspielt und progressiv ausgefallen sein. Für aufgeschlossene Metalheads und Metal-affine Gothics ist „Clockwork Spirits“ jedoch allemal empfehlenswert.


Label: Danse Macabre
VÖ: 04. November 2011


Trackliste:
01. Descent
02. Requiem
03. Wall of Sleep
04. Dæmon Speculum
05. On Unravelling the Essence 
06. Dawn of Deliverance
07. In Faerytales Mingled
08. Shades of Decay


www.clockworkspirit.com
Rezension: Jochen Gehler

 

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