CD Review: V.A. - Generation Underground

2012-01-09 11:59 von Andreas Saulig (Kommentare: 0)

V.A. - Generation Underground


Grundsätzlich ist es mit Compilations, die auf den Urschleim der Gothic- und Wave-Bewegung zurückgreifen so eine Sache. Denn wenn auch „Underground“ drauf steht ist längst nicht immer „Untergrund“ drin. Und so tummeln sich auf vermeintlichen Szene-Compilations so oft die immer gleichen Tracks, die auch damals schon durchaus respektable Charthits waren und heute auf jedem 5-Euro-Sampler im Media-Markt auf dem Grabbeltisch zu haben sind. Dass es auch anders geht beweist der vorliegende Sampler „Generation Underground“, der auf zwei prall gefüllten Silberlingen einen anderen Weg beschreitet. Rolf Kistenich (Betreiber des „Blue Shell“ in Köln) und Thomas Elbern („Escape With Romeo“) haben mit viel Liebe einen Sampler zusammengestellt, der die musikalischen Anfänge der Schwarzen Szene in all ihren Facetten aufzeigt. Dabei vermischen sie altbekannte Standards („Temple Of Love“ von SISTERS OF MERCY, leider in der neuen Version mit OFRA HAZA oder „Sleeper In Metropolis“ von ANNE CLARK) mit für Sampler-Verhältnissen gewagteren, aber nicht weniger gewichtigen Acts wie RED LORRY YELLOW LORRY oder LAIBACH. Die interessierte Kundschaft lockt man mit großen Namen wie NEW ORDER, KILLING JOKE oder YELLO. Zum Glück unterliegt man nicht der Versuchung der schnellen Kasse und verzichtet bei den Chart-erprobten Acts auf die Gassenhauer. Stattdessen presst man hier weniger bekannte, aber dennoch richtungsweisende Songs auf das Plastik.

Neben den Großvätern des EBM wie NITZER EBB, D.A.F. Und FAD GADGET lässt man (was bei anderen Samplern dieser Art gerne mal unterbleibt) auch den Punk zu Wort kommen und würdigt so den nicht unmaßgeblichen Einfluss dieser Stilrichtung: DEAD KENNEDYS und THE RAMONES lösen sicherlich bei so manchem inzwischen in Ehren ergrauten Szene-Veteranen Seufzer der schönen Erinnerungen aus. „Going Underground“ liefert insgesamt 37 Songs zwischen „bekannt und gut abgehangen“ bis zu „lange nicht mehr gehört“ und ist in seiner Gänze vor allem für Musikfans interessant, die sich auch abseits der totgedudelten Szene-Oldies aus den Charts für die Anfänge der Szene interessieren.


Trackliste: CD 1
01.  New Order - Ceremony 
02.  Public Image Limited - Public Image 
03.  Iggy Pop - The Passenger 
04.  New Model Army - 51st State 
05.  The Teardrop Explodes - Reward 
06.  The Vapors - Turning Japanese 
07.  Martha & The Muffins - Echo Beach 
08.  Morrissey - Suedehead 
09.  XTC - Making Plans For Nigel 
10.  PigBag - Papa's Got A Brand New Pigbag 
11.  Captain Sensible - Glad It's All Over 
12.  The Stranglers - Walk On By 
13.  Wire - I Am The Fly 
14.  Levo - Mongoloid 
15.  Killing Joke - Are You Receiving 
16.  Alien Sex Fiend - E.S.T. (Trip To The Moon) 
17.  Red Lorry Yellow Lorry - About the Weather 
18.  Underworld - Underneath The Radar 
19.  The Bollock Brothers - Faith Healer  


CD 2
01.  The Sisters Of Mercy - Temple Of Love 
02.  Escape With Romeo - Somebody 
03.  Anne Clark - Sleeper In Metropolis 
04.  Liaisons Dangereuses - Los Ninos Del Parque 
05.  Nitzer Ebb - Getting Closer 
06.  D.A.F. - Das Letzte Mal 
07.  Laibach - Leben Heißt Leben 
08.  Fad Gadget - Ricky's Hand 
09.  Yello - Bostich 
10.  The Normal - Warm Leatherette 
11.  Suicide - Ghost Rider 
12.  Cabaret Voltaire - Nag Nag Nag 
13.  Human League - Circus Of Death 
14.  Tuxedomoon - Dark Companion 
15.  Wall Of Voodoo - Mexican Radio 
16.  Gang Of Four - Love Like Anthrax 
17.  Dead Kennedys - Holiday In Kambodia 
18.  The Ramones - Somebody Put Something In My Drink


Rezension: Jochen Gehler

 

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