2012-01-09 12:03 von Andreas Saulig (Kommentare: 0)
WHISPERS OF GHOSTS – Simultaneous Silence
Die mexikanische Formation WHISPERS OF GHOSTS präsentiert mit „Simultaneous Silence“ ihren zweiten offiziellen Longplayer. Genaugenommen sind hier zwei Werke auf einem Silberling vereint. Denn neben sieben Tracks, die unter dem Albumnamen firmieren wurde zusätzlich mit „Forest Of Shadows“ eine Demo-EP aus 2006 hinzu gepackt (natürlich remastered), welche in sehr geringer Auflage bislang lediglich auf Konzerten verkauft wurde. Die Mittelamerikaner stehen für einen ansprechenden Mix aus Dark Ambient, Neoklassik und Darkwave. Die überwiegend instrumental gehaltenen Stücke gleiten entspannt dahin; sie blubbern gar mitunter träge wie köchelnder Teer. Auf Eruptionen wartet man hier vergeblich. Eine angenehme Frauenstimme veredelt mitunter die komplexen Kompositionen mit gesungen und gesprochenen Texten. Dass so wenig in der Musik geschieht mag (zumindest auf den Part „Simultaneous Silence“ bezogen) daran liegen, dass die ersten sechs Tracks als Soundtrack zu einem gleichnamigen Kurzfilm von Eric Rivera konzipiert sind. Der siebte Titel im Bunde, „The Coldest Place“ wurde bereits auf dem vorherigen Album veröffentlicht.
Aber auch der Part „Forest Of Shadows“ hat durchaus Filmmusik-Charakter. Gut kann man sich ein sanftes Dahingleiten zum Beispiel im Weltall vorstellen, losgelöst von allen irdischen Problemen. Besonders stark wirken die Kompositionen an den Stellen, an denen eine führende Pianolinie einsetzt, welche gleichsam wie ein roter Faden den Tracks eine Struktur verleiht. „Simultaneous Silence“ ist geeignet für die stillen und nachdenklichen Augenblicke des Lebens. Sie funktioniert prima als Soundtrack für das eigene Gedankenkino, wenn man nicht all zu viel Brimborium von ihr erwartet.
Trackliste: Simultaneous Silence
01. Silence Has No Place Here
02. Dolls – Little Girls
03. Simultaneous Silence I
04. Culpa-Remordimiento-Expiación
05. Simultaneous Silence II
06. Back To Innocence
07. The Coldest Place
Forest Of Shadows
01. Cloudy Memory Of Rain
02. The Forest Of Shadows
03. All The Days Are Equal
04. Smell Of Death (7:59)
Rezension: Jochen Gehler
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