2011-11-30 22:08 von Andreas Saulig (Kommentare: 0)
Ballroom Passions am 22. Oktober 2011 in Dresden, Reithalle Strasse-E
Das Line-up des Ballroom Passions Festivals versprach einen heißen Abend. Neben Umbra et Imago waren Agonoize, Cephalgy sowie Absurd Minds und Battle Scream angekündigt. Bei einem so reichhaltigen Line-up begann der Abend natürlich recht früh. Schon 19 Uhr eroberte die erste Band die Bühne. Cephalgy eröffneten den Abend. Auch wenn die Reithalle schon gut gefüllt war, schien das Publikum noch nicht ganz aufgewacht zu sein. Als Hits wie „Gott“, „Schwarze Göttin“ oder „Engel sterben nie“ erklangen, wachten viele Leute auf und die Stimmung kochte zum ersten Mal richtig hoch. Die Show und Bühnengestaltung von Cephalgy zeigte sich wie immer futuristisch. Die beiden Keyboarder mit ihren blauen Neonlichtern erinnerten stark an Roboter. Demnächst wird es von Cephalgy ein neues Album geben. Auch weitere Auftritte sind schon geplant. Cephalgy sind dieses Jahr noch in Berlin im K17 (02.12.2011) und im Südbahnhof Chemnitz (09.12.2011) zu erleben. Als Opener des Abends haben die drei Jungs jedenfalls eine sehr ordentliche Show hingelegt.
Nach einer Umbaupause folgten Absurd Minds, deren Set mit einigen Schwierigkeiten startete. Der erste Song war völlig übersteuert und anfangs hörte man den Gesang kaum. Wie von Geisterhand verschwanden diese Probleme ab dem zweiten Song und Absurd Minds begeisterten mit sehr energiegeladenen Electrosounds. Mal im Stil von Future Pop und mal mit sehr treibenden Beats heizten Absurd Minds dem Publikum ein. Den Abschluss ihres Sets bildete ihr wohl bekanntester Song „Herzlos“. Bei so vielen Bands durfte auch ein großer Mechandise Stand nicht fehlen. Der Merchandise Stand wurde dominiert von Umbra et Imago und Agonoize. Besonders vor dem Agonoize Stand bildeten sich große Menschenansammlungen.
Die Band Battle Scream hatte ich noch nie zuvor live erlebt. Entsprechend gespannt war ich auf die Show der Dresdner. Neulinge sind Battle Scream aber nicht. Die Jungs feierten ihr 10-jährigens Jubiläum. Man merkte es ihnen an, dass sie nicht das erste Mal auf einer Bühne standen. Professionell rockten sie die Halle. Für besondere Begeisterung sorgten feurige Special Effects. Vor dem Set von Agonoize wurde es dann sehr voll vor der Bühne. Es war nicht zu übersehen, dass viele vor allem auf das Aggro-Electro Trio aus Berlin gewartet hatten. Dementsprechend viele Agonoize Shirts konnte man auch im Publikum sehen. Die drei Jungs ließen auch nichts anbrennen. Gewohnt brachial ließen sie ihre Songs aus den Boxen hämmern. Ebenfalls wie immer wurde wieder jede Menge künstliches Blut und Sperma verspritzt. Bei Krachern wie „Korpolalie“, „Gottlos“ und „Blut, Sex, Tod“ tanzte sich so mancher regelrecht in einen Rausch und nahm offenbar die Umgebung gar nicht mehr so recht wahr. Eine Dame ganz in meiner Nähe hatte sich mit ihrem sehr platzraubenden Tanzstil schnell den Unmut einiger Umstehender zugezogen.
Nach Agonoize setzte eine Art Völkerwanderung ein. Die Agonoize Fans begaben sich nach hinten
in Richtung Merchandise Stand und Bar, während die Umbra Fans in Richtung Bühne drängten. Als
es dann endlich losging, wurde gleich klar wer hier Herr der Bühne ist. Mozart begeisterte wie
immer durch eine enorme Bühnenpräsenz. Er und seine Band feierten das 20-jährige Jubiläum.
Gleichzeitig war diese Show aber auch ein Abschied. Zum letzten Mal präsentierten Umbra et
Imago ihre Erotikshow. Neue Klänge gab es auch zu hören, denn Umbra et Imago spielten unter
anderem ihre aktuelle Single „Davon geht die Welt nicht unter“. Wie das bei Liveauftritten so ist,
ging auch bei Umbra nicht alles glatt. Mozart wollte sich an einem Seil in der Mitte der Bühne nach
oben ziehen lassen. Da das nicht klappte, zündete er die Pyro Effekte kurzerhand so an. Das war für
das Publikum in den ersten Reihen sicher eine sehr feurige Überraschung. Doch so kleine Pannen
können einen Profi wie Mozart natürlich nicht aus dem Konzept bringen. Mit rockigen Songs, aber
auch langsamen Nummern „zum Kuscheln“ trieben Umbra et Imago die Temperatur in der Halle
nach oben. Einigen im Publikum war dann offenbar so heiß geworden, dass sie sich gegenseitig
Eiswürfel aus ihren Gläsern unter die Kleidung steckten. Auch nach den Konzerten war die Nacht
noch lange nicht zu Ende. Auf der Aftershowparty wurde noch lange weiter gefeiert und getanzt. (T: Karsten H. / F: Andreas S.)
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