Party.San Open Air - Eventbericht aus der Ausgabe 06-2011

2011-09-16 22:54 von Andreas Saulig (Kommentare: 0)

Party.San Open Air
11. – 14. 08.2011 Flugplatz Obermehler in Schlotheim

...zum 17. Mal brannte das Höllentor zum Party.San Open Air….eines der wohl wichtigsten Metalfestivals im deutschsprachigen Raum, zu dem auch in diesem Jahr wieder tausende Metalbegeisterte ihren Weg fanden. Trotz der nicht enden wollenden Umleitungen in der Umgebung haben auch wir den Weg dorthin gefunden und trafen planmäßig ein. Bei unserer Ankunft am Donnerstag konnten wir feststellen, dass bereits etliche am Vortag das Areal zur Partyzone erklärt hatten und sich teilweise auch schon heftig auf den Verzehr alkoholischer Getränke eingespielt hatten.

Nach einer kurzen zeitraubenden Suche nach dem uns zugeteilten Campingabschnitt ließen wir uns erstmal nieder und verschafften uns einen kleinen Überblick. Wider Erwarten war das Wetter recht gut, allerdings ließen der Wind und die grauen Wölkchen am Himmel darauf schließen, dass dies nicht so bleiben würde. Nach dem Zeltaufbau ging es dann erstmal auf die Suche nach bekannten Gesichtern, und bald darauf frönten auch wir dem Genuss einiger Cuba Libre. Irgendwie zogen die Stunden recht schnell ins Land, aber gegen Abend wollten wir dann doch endlich mal das Innenleben der Veranstaltung erkunden… Im Eingangsbereich entdeckten wir sogleich, dass eine kleine Bühne im Vorzelt errichtet wurde, von der auch schon dröhnende Gitarrenklänge an unsere Ohren traten. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, hatte die geplante Hauptbühne dem Wind nicht standgehalten und fiel fürs Erste aus. Die Party.San Veranstalter waren aber lobenswert flexibel und haben auf die Schnelle jene „Ersatzbühne“ errichtet. So schnell lässt sich die Party.San Crew nicht vom Wetter oder widrigen Umständen unterkriegen! Okay, sie war sehr viel kleiner, und auch der Zuschauerplatz war etwas begrenzt, aber das hat soweit keinen gestört. Die Hauptsache war, dass es programmmäßig keine Einbußen gab. Und mal abgesehen davon, dass der Sauerstoffgehalt in dem Zelt irgendwann nur noch mäßig war, hat es der Stimmung keinen Abbruch getan.

Negura Bunget aus Rumänien ließen bereits die Luft vibrieren und lieferten eine kraftvolle Show. Melodische, teils raue Black Metal Sounds begeisterte die Menschenansammlung vor der Bühne. Und an dieser Stelle sollte man auch noch mal die Hörner vor den Bands ziehen, dass sie sich ebenso flexibel mit einer kleineren Bühne arrangiert haben, und es dadurch kaum Abstriche in punkto Spaß, Party und Show gegeben hat. Nach einer kurzen Pause stürmten die deutschen Darkened Nocturn Slaughtercult die Bühne. Frontfrau Onielar präsentierte sich mit ihrer unüberhörbaren einmaligen Stimme, und so ziemlich jedes Ohr in der Umgebung hatte etwas davon. Mir persönlich sagte die Band nicht so zu, da ich die Show soundtechnisch nicht so berauschend fand.  Aber dies lag wahrscheinlich auch einfach daran, dass der kleine Raum die vor Kraft strotzenden Sounds nicht wirklich umsetzen konnte. Nichts desto trotz, glich die Show einem Blutrausch und war schon sehr speziell… Und vermutlich mussten die Sanitäter nach der Show auch zweimal hingucken, da das Kunstblut nur so spritzte, und einige Gesellen dadurch recht lädiert aussahen. Für den Einstieg sollte es uns für diesen Abend erstmal reichen und Hunger machte sich auch langsam bemerkbar. Also flugs zurück zum Zelt, Futter eingeworfen und in gemütlicher Runde ein paar Drinks konsumiert.

Die Nacht war kalt und kurz…und der Morgen begann mit Wind und Regenschauern. Gegen 8 Uhr zogen wir aus um den Standort der kostenpflichtigen Duschen ausfindig zu machen. Die Preise waren recht human (WC 0,50 €/Dusche 2,50 €/Flat 6,- €). Nach kurzer Wartezeit unter die Dusche gehüpft (kaltes Wasser…brrrr), und dann endlich den langersehnten Kaffee reinschütten. Währendessen fand in der Nähe das angekündigte Flunky Ball Turnier statt. Und je länger das Spiel andauerte desto weniger waren die Spieler fähig auch nur ansatzweise die Regeln zu befolgen. Aber das ist ja auch Sinn der Aktion und hatte extremen Unterhaltungswert für die Nichtbeteiligten, unter denen sich auch so manches bekanntes Bandmitglied wiederfand. Mittlerweile stand auch die Hauptbühne wieder voll einsatzbereit zur Verfügung, so dass wir pünktlich um 14 Uhr in den vollen Genuss von Truppensturm gekommen sind. Die drei Jungs fetzten die Bühne, gaben einiges ihres neuen Albums zum Besten. Allerdings war der Auftritt kürzer als angekündigt. Nach einem sehr langen Soundcheck folgten Urgehal. Die vier Norweger brachten mit ihren erbarmungslosen Black Metal und eindeutig nicht jugendfreien verbalen Einwürfen die Menge zum Headbangen und Abrocken.

Leider wurde der Regen wieder stärker, so dass man kurzfristig Unterschlupf am Stand von Brutz und Brakel suchte, und diese Gelegenheit natürlich auch nutzte um sich mit Hilfe einiger leckerer Drinks aufzuwärmen. Um 21 Uhr betraten Belphegor die Bühne. Mit Feuerfontänen und soundstarkem Intro leiteten sie ihre bevorstehende Show ein, die aufgrund eingebrochener Dunkelheit umso mächtiger und beeindruckender rüberkam. Die brachialen Gitarrenriffs und harten Drums, dazu die charakteristische Stimme des Österreichers machten aus dem Publikum einen einzigen Headbangmob. Ensiferum zogen gegen 23 Uhr ein enorm großes (und nassgeregnetes) Publikum an. Die Finnen überzeugten mit jedem ihrer Stücke, insbesondere mit den eingängigen Gitarrensolos, die soundtechnisch sehr klar waren. Die Menge „sang“ so ziemlich jeden Song mit und jubelte/hörnte den Herren mit den freien Oberkörpern zu. Völlig durchtränkt vom Regen und etwas durchgefröstelt rief der Schlafsack für das Notwendigste an Schlaf, was generell schwierig war, da stets bis in die Morgenstunden die gut besuchte Metalparty aus dem Partyzelt zu hören war, aber…..Schlaf wird eh überbewertet und sollte auch nicht Hauptbestandteil dieses Wochenendes sein.

Der Samstag begann recht gechillt…Kaffee, Kaffee, Kaffee….
…bis am Nachmittag Heidevolk aus den Niederlanden uns zur Bühne riefen. Obwohl es immer noch in regelmäßigen Abständen leichten Regen gab, hielt es kaum jemanden davon ab sich dem charakteristischen zweistimmigen Gesang zu unterwerfen, der diese Folk Metal/Pagan Metal Band ausmacht. Eine absolut dynamische Liveband, die Kontakt zum Publikum sucht und mit Songs wie „Saksenland“ oder „Nehalennia“ auch einen Nicht-Metalfan aus der Ecke hervorlocken könnte. 17 Uhr….Taake waren eines der vielen angekündigten Highlights in diesem Jahr. Mal melancholisch, mal wild wütend, kraftvoll, aber immer das Publikum mitreißend und zum Mitmachen animierend. Eigentlich sollte Taake ihren Auftritt um 18 Uhr bestreiten, wurden aber vorgezogen, da sich Exhumed versehentlich…aus welchen Gründen auch immer… am alten Veranstaltungsort wiederfand, an dem nun absolut tote Hose war. Aber nach einer Neuorientierung trafen letztendlich auch Exhumed am neuen Veranstaltungsort des P.S.O.A. ein.

Das nächste Highlight stand um 20 Uhr an….mit Hail of Bullets. Von der ersten bis zur letzten Minuten war zu spüren, dass es sich um ein Heimspiel ihrerseits handelte. Die Zuschauermenge ließ sich vom dröhnenden Bass, kraftvollen Drums und Gitarrenriffs mitreißen. Dies alles gepaart mit der Stimme von Martin ließ eine grandiose Darbietung von feinstem Death Metal entstehen. Mit Morgoth wollten wir den Abend ausklingen lassen. Nach ihrer Trennung 98 kündigten sie an 2011 auf einigen Festivals anlässlich ihres 20jährigen Jubiläums dem Publikum einzuheizen. Dies gelang zweifellos, allein schon durch die absolute Präsenz von Sänger Marc. Doch was wäre Morgoth ohne einen Überraschungseffekt? Wie aus dem Nichts stand plötzlich Frontmann Mirco von Purgatory auf der Bühne, und so gaben sie im Duett Grund zum Headbangen. Alles in Allem war es ein gelungenes Party.San 2011, bei dem sich auch „Szenenfremde“ wohlfühlen konnten! Meiner Meinung nach waren die Futterpreise etwas happig, und es gab definitiv zu wenig Dixis bzw. zu große Entfernungen zu weiteren. Und eine Leerung dergleichen sollte eigentlich morgens stattfinden und nicht erst in den späten Mittagsstunden…bis dahin ist doch schon alles zu spät!

Und übrigens versank man diesmal nicht im vom Regen aufgeweichten Boden, und eine Schlammschlacht blieb auch aus. Es war also wirklich eine gute Wahl sich für den Flugplatz Obermehler in Schlotheim als neues Festivalgelände zu entscheiden. Wir freuen uns schon auf das P.S.O.A. 2012!!!


Bericht: Noxana / Foto: Nero



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