2010-08-27 19:10 von Andreas Saulig (Kommentare: 0)
Summer Breeze vom 18. - 21.08.2010 in Dinkelsbühl
Zum mittlerweile 13. Mal hat das Summer Breeze Festival in diesem Jahr vom 18. bis zum 21. August nach Dinkelsbühl am Flugplatz Sinnbronn gerufen, um mit über 100 Acts 4 Tage lang zu feiern. Auch wir reisten bereits am Mittwoch an, um uns schon einmal ein Bild vom Festivalgelände zu machen und unsere Pässe abzuholen, für die wir allerdings erst einmal einen Marschweg von über einem Kilometer zurücklegen mussten. Als wir auf dem Festivalgelände angekommen waren, hätte ich mir gewünscht das ich Gummistiefel mit im Gepäck gehabt hätte, den das Gelände war sehr matschig, aber nichtsdestotrotz marschierten wir los und begutachteten das Aufgebot des Festivals. Das Partyzelt war so voll das wir es gar nicht erst hinein schafften und somit statteten wir unter anderem dem Nuclear Blast stand und einigen anderen einen Besuch ab, bevor wir dann wieder den Heimweg antraten.
Am Donnerstag ging es dann frisch und munter weiter bei sonnigem Wetter. Nachdem wir sämtliche Stände unter die Lupe genommen hatten, ging es weiter zu den Helsinki Vampires, welche die Painstage einnahmen und diese ordentlich rockten. Die Herren von THE 69 EYES waren dann wohl auch der Grund, warum das Publikum aus sehr viel weiblichen Fans bestand. Den Anfang machten sie mit dem Hit „Back In Blood“ und Frontmann Jyrki 69 sang sich mit seinen düsteren Vocals sofort in die Herzen der Leute. Aber nicht nur Jyrki gab alles, auch der Rest der Formation bretterte ordentlich los. Bazie und Timo-Timo zeigten was sie Gitarren technisch drauf haben, Archzie gab am Bass alles und Jussi 69 trommelte wie wild auf sein Schlagzeug ein und ließ wohl dank seinem freiem Oberkörper so einige Mädchenherzen höher schlagen. Nachdem sie unter anderem mit Songs wie „Kiss Me Undead“, „Dead Girls Are Easy“ und „Brandon Lee“ alles gaben, ging es mit dem Track „Lost Boys“ leider nach nur fünfzig Minuten schon wieder dem Ende zu. Die nächste Band folgte gleich kurze Zeit später auf der Mainstage, dort gaben sich nun DIE APOKALYPTISCHEN REITER die Ehre. Das Intro ertönte und Sänger Fuchs und Co stürmten die Bühne, um dann mit ihrem ersten Hit „Wir sind das Licht“ einen fantastischen Start hinzulegen. Das Publikum war von der ersten Minute an begeistert und machte mit. Es wurde getanzt, gesungen, gesprungen und auch die Securities hatten jede Menge mit den Crowdsurfern zu tun, die in Massen nach vorne strömten. Ein wirklich feiner Auftritt den die Thüringer da hingelegt haben. Zum Glück gab es auf den zwei Hauptbühnen keine Überschneidungen, da immer abwechselnd auf der Pain- und Mainstage gespielt wurde, somit verpasste man auch keine Band, was wirklich sehr praktisch war. Als nächstes folgte nun ein wenig Hardcore mit AGNOSTIC FRONT. Auch wenn die Herren mittlerweile nicht mehr die jüngsten sind, so geben sie trotz dessen noch gewaltig Vollgas auf der Bühne. Von neuen Hits bis zu alt bekannten Klassikern wie in etwa „Victim In Pain„ oder „Gotta Go“, gab es eine gute Mischung auf die Ohren. Auch OBITUARY hatten ihr Publikum ordentlich im Griff und überzeugten mit gigantischem Death-Metal auf der ganzen Linie. Aber auch DARK TRANQUILLITY konnten mit ihrer Show definitiv überzeugen. Den Beginn des Sets gab der Song „At The Point Of Ignition“ an, diesem folgte sogleich „The Fatalist“. Sänger Mikael Stanne stand keiner Zeit still, war stetig in Bewegung und animierte die anwesenden Leute zum mitmachen. Eine ganze Stunde lang verzauberten sie das Volk mit ihren Melodic Death Metal Klängen, bevor sie sich dann verabschiedeten. Und auch für uns war an dieser Stelle Schluss und wir machten uns auf zu unserem Hotel.
Schon am Freitag Mittag ging es für uns weiter. Nachdem wir noch die letzten Minuten von DEADSTAR ASSEMBLY mitbekommen hatten, folgte mit MONO INC. eine fantastische Mischung aus Rock, Pop und Gothic. Und diesmal gab es auch noch etwas für das männliche Publikum zu sehen, denn das Schlagzeug bestreitet da die junge Dame Katha Mia, welche echt hübsch anzuschauen ist. Aber nicht nur das, sie hat es auch wirklich drauf, was sie beispielsweise bei dem Hit „Voices“ unter Beweis stellte, welches sie mit einem grandiosem Drum-Solo einleitete. Sehr schön war auch das Coverstück zu „Sleeping My Day Away“ von D.A.D. und mit „Get Some Sleep“ gab es dann auch schon den letzten Song dieser beeindruckenden Band zu hören. Als nächstes stand die LETZTE INSTANZ auf dem Programm und brachte die Massen bei strahlendem Sonnenschein zum kochen. Mit neuem Drummer im Gepäck ließen sie es ordentlich krachen bei Songs wie in etwa „Mein Engel“, „Das Stimmlein“ oder bei dem absolute Klassiker „Rapunzel“. Im Publikum waren selbstverständlich wieder jede Menge Crowdsurfer unterwegs und somit ließen sich Benni Cellini und M. Stolz es sich nicht nehmen, auch einen Sprung in die Massen zu wagen und sich genüsslich von ihren Fans tragen zu lassen. Bei der nächsten Band war Spaß Vorprogrammiert, denn nun standen die „Speed-Folker“ von FIDDLER'S GREEN auf der Liste. Die Band gibt es bereits 20 Jahre lang und dementsprechend sieht man auch ihre Bühnenerfahrung. Sie hatten die Leute von Anfang an in ihrer Hand und somit gab es jede Menge Bewegung vor der Mainstage. Tausende von Menschen tanzten zu Folkigen Klängen und auch die „Wall Of Death“ hat spitzenmässig dazu funktioniert. Sah irgendwie leicht beängstigend aus und ich war wirklich froh das ich nicht mittendrin mit dabei war. Aber zum Glück gibt es da genügend Leute denen sowas riesen Spaß macht und das ist auch gut so! Nach einer kleinen Pause ging es für uns weiter mit den Finnen von ENSIFERUM und den Rockern von ANATHEMA. Beide Acts haben ihr bestes gegeben und eine sensationelle Show abgeliefert. CANNIBAL CORPSE folgte diesen sogleich und sorgten mit hartem Death Metal für Stimmung. Sie knallten einen Hammer Hit nach dem anderen raus wie zum Beispiel „I Will Kill You“ oder das Stück was auf keinen Fall fehlen durfte „Hammer Smashed Face“. Es wurde wie wild gemosht, aber dafür sorgte die Security wenigstens für reichlich Abkühlung, indem sie immer fleißig den Wasserschlauch zückten und diesen in die Menge hielten. Nun war es an der Zeit für die Schwaben von END OF GREEN, die ihr brandneues Album „High Hopes In Low Places“ mit dabei hatten. Die Düsterrocker legten sofort mit „Weakness“ los und der charismatische Frontmann Michelle Darkness verzauberte das vorwiegend weibliche Publikum mit seiner dunklen, warmen Stimme. Ein absoluter Blickfang war wohl auch der kleine Mann (Sohn des Albumproduzenten Corni Bartels) der mit seiner Kindergitarre in einer Ecke der Bühne kräftig mitrockte. In einer Stunde Spielzeit gab es so einiges auf die Lauscher, von „Calling My Name“ bis hin zu „Pain Hates Me“ war alles dabei und selbstverständlich gab es auch etwas aus dem aktuellem Album mit „Goodnight Insomnia“ zu hören. Nach END OF GREEN verabschiedeten wir uns auch erst einmal vom Festival, um für Samstag wieder Fit zu sein.
Gleich am nächsten Tag waren wir aber wieder voller Elan mit von der Partie und es konnte gut gelaunt weiter gehen. Während wir als erstes zu den Autogrammstunden von EISBRECHER und POISONBLACK hinsteuerten um ein paar Fotos zu schießen, spielten auf der Mainstage gerade FREIWILD, welche das Volk schon gut aufmischten. Bei LEAVES EYES war dann mal wieder Gothic Metal angesagt. Frontfrau Liv Kristine verzauberte eine dreiviertel Stunde lang die Leute mit ihrer elfenhaften Stimme und sang sich somit wohl in das ein oder andere Männerherz. Gleich danach ging es bei warmen Temperaturen Eiskalt weiter und zwar mit den Herren von EISBRECHER. Mit dem Song „Eiskalt“ starteten sie dann auch ihr Set, gefolgt von dem Track „Angst“. Wie immer überzeugte Fronter Alexx und seine Mannen mit harten, stampfenden Rhythmen, dunklen, rauen Vocals und deutschen Texten. Was soll man dazu noch groß sagen, eine Show von EISBRECHER wird niemals langweilig, da es immer Action auf der Bühne gibt, so auch diesmal. Von Trommel-Sessions bis zu vielen lockeren Sprüchen, sorgten sie für viel Unterhaltung. Die Finnen von POISONBLACK stürmten als nächstes die Bühne und wollten uns ein wenig Dark-Metal näher bringen. Mal wieder eine absolut gelungene Show die die fünf hier abgeliefert haben, mit jeder Menge fantastischen Hits. Somit gaben sie Titel wie „Love Infernal“ oder „Buried Alive“ zum besten und feierten gemeinsam mit ihren Fans. Auch SEPTULTURA und KORPIKLAANI hatten es faustdick hinter den Ohren und preschten Hammer guten Sound aus den Boxen. Ein wahrliches Klangverknügen! Dann war es soweit und der SURPRISE ACT stand auf dem Programm. Dieser Act fiel zwar aus der Reihe, aber dennoch sorgte er für viel Unterhaltung. Es stand alles unter dem Motto COMEDY und so hatte ein Comiker die Ehre die Metaler zum Lachen zu bringen und es ist ihm auch wahrhaftig geglückt. Ein Auftritt den es so noch nie auf einem deutschen Metal-Festival gegeben hat, es wurde also mal Zeit! Danach legten wir erstmal eine Pause ein um unsere Gehörgänge ein wenig zu schonen, aber pünktlich zu CHILDREN OF BODOM waren wir wieder am Start. Eine Band auf die ich mich schon das ganze Festival über gefreut hatte, da ich es vorher nie geschafft hatte diese einmal Live zu erleben. Es war im Übrigen der einzige Auftritt der Finnen in Deutschland für dieses Jahr, demnach war absolute Anwesenheitspflicht. Sie schmetterten einen Knaller Hit nach dem anderen in die Menge und Frontmann Alexi Laiho und Co lieferten somit Melodischen Death-Metal vom feinsten ab. Sehr lustig war es vor allem als sie Anfingen so einige Cover-Versionen verschiedener Künstler zu performen, wie in etwa von Lady Gaga oder Bon Jovi. Das nenn ich mal Unterhaltung pur! Auch das Publikum war davon sichtlich angetan und jubelte und schrie kräftig los. Und auch die Crowdsurfer waren wieder massenhaft vorhanden, was manchmal schon ein wenig nervig schien für diejenigen, die sich den Auftritt der Jungs in Ruhe anschauen wollten. Nach dem fantastischen Gig der Finnen, war für uns das Festival vorüber und wir traten unseren Heimweg an. Somit ging mal wieder ein tolles Festival viel zu schnell vorbei. Es gab jede Menge gute Bands zu bestaunen, viele Möglichkeiten zum shoppen, die Partywütigen konnten sich auf den verschiedensten Veranstaltungen austoben und auch reichlich Autogrammstunden mit diversen Bands wurden organisiert, damit die Fans die Gelegenheit hatten, ihren Stars einmal ganz nah zu sein. Alles in allem, absolut empfehlenswert!
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